Sonntag, 6. Juni 2010

Nimmt mich das Fernsehen auf den Arm?

Ich habe mich schon häufiger darüber ausgelassen, dass es Musiker und Bands gibt, die es im Fernsehen nicht wagen, live aufzutreten. Doch heute muss ich meine Meinung eventuell revidieren, denn die Frage lautet: Sorgt nicht nur der zuständige Programmdirektor, dass über den Auftritt des jeweiligen Künstlers die zum Musikstück passende Aufnahme gelegt wird? Die Frage kommt auf, weil ich gerade vor fünf Minuten die Wiederholung von der Autoball-WM gesehen habe. Keine Frage muss ich mich zumindest für fünf Minuten in das als Dauerwerbesendung deklarierte Happening einschalten; schließlich soll Muse auftreten. Deren Musik kann man mögen oder nicht, eine gewisse Genialität kann man der Band unterstellen, ganz gleich welcher Fanbase man angehört. Nun aber zurück zum Autocrashen: Während des Auftrittes, den das geübte Ohr schon in den ersten Sekunden und ohne Blick auf den Bildschirm als Vollplayback erkennt, hörte man ganz kurz und ganz leise das Publikum. Mal davon abgesehen, dass Ohren nicht sehen können: Dieser „Zwischenapplaus“ der Audienz war so leise, dass es sich bei der Musik, die aus den Fernseh-Boxen kam, keineswegs um „Live“ handeln konnte. Das merkte man auch schon bei der nicht vorhandenen Lippensynchronität. Mir stellt sich nun aber die Frage: Hat die Technik die Soundspur der Studioaufnahme über den Live-Auftritt von Muse gelegt – und die Band hat trotzdem live gespielt? Wenn ja: Warum? Matt Bellamy und seine Racker haben es zweifelsohne drauf, Livemusik zu machen. Gibt es also eine Klausel im Auftrittsvertrag, in der es heißt, dass bei Stages ab einer bestimmten Größe ein Playback eingespielt wird – weil es mit der fremden Technik nicht gut klingt? Man will ja Platten verkaufen. Machen Sie Ihr Kreuzchen hier und schon bekommt niemand – außer der anwesenden Publikumsmenge – mit, dass unsere Technik oder Ihre Musik nicht dem Studioerlebnis gerecht werden. Natürlich nicht. Kein Live-Auftritt klingt wie die perfekte Konserve.

Nur: um diese (vermutlich schon hinlänglich aufgelöste) Theorie zu unterstreichen, brauche ich jemanden, der zum angegebenen Zeitpunkt im Stadion saß und bezeugen kann, ob die Mus(e)ik die er hörte live oder Plastik war. Bitte melde dich!

5 Kommentare:

Selbstdarstellung einer Irren hat gesagt…

meinst du den auftritt von muse auf rock am ring?
da kann ich dir bestätigen das sie live gespielt haben aber vom allerfeinsten :)
sind abgegagen wie schmitz katze :)

lg

Elenenedh hat gesagt…

Das weiß ich :) Ich meine den Auftritt bei der Autoball WM beim Stefan Raab :)

Liebe Grüße

Kraxpelax hat gesagt…

Bed, Kind, bed,
morgen kommt der dumme Schwed

geht ur Angst mit Schwäng und Schwantz,
tuttetend der Sonne Glanz,

wahrföhr dennes Weiβenmuhe
ûber allen Gipfelnruhe

hästet an ihr Badenkahr,
wohin gimmer Neumachts wahr;

es Möndchen schweint las heines Unsterblich
am Tod wie Damengänger ficht

als Ätzerlunder Herd zo banket,
wörd ehr Wupftschenzach heinahr gesanket!

Fremde Gedichte

Sturmgewalten hat gesagt…

Ich glaube bei TV-Sendungen kommen verschiedene Faktoren zusammen:

1.Technische Komponente: Es ist einfacher, eine Band im Studio live spielen zu lassen und in der Ausstrahlung nen Overdub zu senden, als die komplette Band für einen Song vernünftig ab zu mischen.

2.Kommt es auch gerade im Mainstream-TV sehr oft vor, dass Bands tatsächlich sehr gut abgemischt sind und fast wie vom Band klingen (dass man das Publikum dabei kaum hört ist ganz normal; dabei werden so gut wie nie Raum-Mikros oder Richtmikros in Richtung Publikum eingesetzt, man soll ja die Band hören und nicht die Leute, die dazwischengröhlen...).

Vor allem bei Stefan Raab hab ich oft letzteres festgestellt: Der legt in seinen Sendungen nämlich i.d.R. Wert auf Live-Musik (was auch gerne mal schief geht)...

Anonym hat gesagt…
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